Wurgs. Pélicot scheint wirklich überall zu sein. Wie viele leben wohl hier bei mir in der Nachbarschaft?
Ich geh jetzt erstmal kotzen...
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Wurgs. Pélicot scheint wirklich überall zu sein. Wie viele leben wohl hier bei mir in der Nachbarschaft?
Ich geh jetzt erstmal kotzen...
Das ist dasselbe Phänomen, wie wenn ständig über "Ausländerkriminalität" oder Tötungen (Mord/Totschlag) berichtet wird. Auch dann entsteht der Eindruck, dass das eine Massenerscheinung sei, wenn in Wahrheit - auf die Gesamtbevölkerung berechnet - z.B. Gewaltkriminalität abnimmt.
Dass in diesem Fall hier keine kritische Distanz zur Berichterstattung eingenommen wird, liegt wohl daran, dass sie den eigenen bias bestätigt.
Das Phänomen gibt es, der Vergleich hinkt aber massiv. "Ausländerkriminalität" wird überberichtet. Das hier hingegen fällt eher unter "underreporting", eben weil diese Fälle so selten angezeigt / aufgeklärt / (teil-)öffentlich verhandelt werden.
Vielleicht eine Frage der Medien, die man so konsumiert. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass gerade häufig und umfassend über solche Fälle berichtet wird. Warum der Vergleich nun gerade hier hinken soll, ist mir nicht ganz klar.
Wenn sich die Verdachte erhärten, dann muss aber wirklich lebenslange Haft her.
Das geht nicht anders. Wenn wir nicht wollen das Leute sich echt den Strick zurück wünschen, dann muss der Rechtsstaat zeigen das Verbrechen dieser Schwere auch angemessen gehändelt und geahndet werden können.
Ich hab meinen Schwerpunkt im Studium im Bereich der Kriminologie gemacht und kann @Obin@feddit.org nur zustimmen. Statistisch gesehen bringt das nicht wirklich was. Abschreckung durch höhere Haftstrafen hat kaum bis gar keinen Effekt. Insbesondere wenn hier ohnehin schon eine vergleichsweise hohe Strafe möglich ist. Abhilfe könnte evtl. eine höhere Regelbestrafung bieten. Eine Erhöhung der Mindeststrafe ist zwar auch möglich halte ich aber für generell schwierig, da dies das Mittel ist, dass dem Gericht ermöglichen soll auf besondere Umstände zu reagieren (wenngleich mir ein solcher hier auch nicht spontan einfällt).
Einen viel größeren Effekt hat soziale Ächtung. Wenngleich der größte Teil der Bevölkerung mit Empörung reagiert wenn ein Migrant Sexualstraftäter wird (ich vermute dahinter unausgesprochene "Rassenvermischungsängste"), gilt das längst nicht auch für weiße Täter, besonders nicht für Prominente. Politiker, die mit entsprechenden Aussagen das Overton-Fenster auch in Richtung vermeintlich legitimer Sexualisierung verschieben, richten deutlich größeren Schaden an, als eine vermeintlich niedrige Strafe.
Und ein riesieges Problem haben wir auch noch, eines weswegen wohl kaum ein Richter oder Staatsanwalt für lebenslange Haft plädiert. Wenn Vergewaltigung im Zweifelsfall auch mit lebenslanger Haft bestraft werden kann, was hält den Täter davon ab sich der Zeugin durch Tötung zu entledigen - die Strafe ist in beiden Fällen danm gleich. Damit hätten wir also nur noch mehr Femizide.
Einen viel größeren Effekt hat soziale Ächtung.
Und wie du es schon ansprichst, wichtig wäre die richtige Ächung.
Das sieht man z.B. bei Kindesmissbrauch vs. Pedophilie sehr gut. Die Leute haben weniger Hass auf Menschen die Kinder missbrauchen, als auf Menschen mit diesen Neigungen, ob und wie sie sich jetzt strafbar machen oder nicht. Das führt dann dazu, dass Täter denen Kinder nur aufgrund ihrer Schwäche und der Gelegenheit zum Opfer fallen, wie katholische Priester, Fußballtrainern usw. durchs (öffentliche) Raster fallen, bzw. da der Lynchmob ausbleibt, während jemand mit der Anschuldigung auf Besitz von Kinderpornographie (was natürlich auch geahndet gehört, wenn es bewiesen werden kann) direkt umziehen oder gar das Land verlassen kann, weil er sonst kein Leben mehr führen kann.
Wieder auf die USA und deren öffentliche Sexualstraftäterdatenbank geschaut, werden da auch Menschen gleichwertig geächtet und gedemütigt, die sich sehr kleine Vergehen (wie Urinieren in der Öffentlichkeit) zu schulde kommen haben lassen, während Menschen wie Trump (trotz verlorenem Prozess wegen Vergewaltigung) das Land führen.
Wenn wir nicht wollen das Leute sich echt den Strick zurück wünschen
Ich bin kein Fan davon Urteilslänge auf Basis von Rachegelüsten zu bestimmen, auch wenn ich sie in Fällen wie diesem durchaus verstehen kann. Erstes Ziel sollte immer Rehabilitierung sein, auch bei solchen Taten, und das Strafmaß sollte sich danach ausrichten. Du erreichst mit "tough on crime" nur das genaue Gegenteil, die Leute werden sich immer stärker "den Strick zurück wünschen".
Anschließende Sicherheitsverwahrung, zum Schutz der Bevölkerung (wie z.B. hier angewendet), ist natürlich ein angemessenes Mittel, nicht jeden kann man rehabilitieren, aber dann hast du auch wieder den Mob mit Schaum vor dem Mund, weil es den Verurteilten in dieser zu gut geht. Gegen solche Tendenzen muss man sich stellen, sonst enden wir irgendwann wie die USA mit ihren Folterknästen.
Stimme dir zu, aber ich erwarte von einer Partei, deren Kandidaten von Rehbraunen Augen und Braunem Haar schwärmen leider nicht, dass sie den Rahmen für so etwas schaffen.
Generell ja richtig. Aber in diesem Fall: Artikel nicht gelesen? Zwei der Urteile liefen auf >10 Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung hinaus.
Noch ist das nicht alles in trockenen Tüchern.
Revision und Urteile stehen noch aus.
Dapeng Z., der Administrator des Achterchats, wurde Anfang Februar vor dem Landgericht Frankfurt zu 14 Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Er hat dagegen Rechtsmittel eingelegt, der Bundesgerichtshof muss das Urteil nun überprüfen. Tong Z., der Student aus Berlin, wurde im August 2025 vom Berliner Landgericht zu fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Urteil gegen Zhiting S., den Mediziner aus Berlin, wird Mitte Mai erwartet.
Fair enough. Bloß sagend: In dieser Instanz ging die Reise in die richtige Richtung.