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[–] DirtSona@feddit.org 8 points 3 days ago (2 children)

Willst du sagen wir leben in keiner Demokratie? Dann stehst du wohl nicht auf dem Boden unserer FGDO und solltest wegen Linksextremismus vom Verfassungsschutz beobachtet werden

[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 6 points 3 days ago

Verständnisfrage: wieso nur beobachtet und nicht gleich verhaftet? Wozu das Risiko?

[–] Quittenbrot@feddit.org 3 points 3 days ago (2 children)

Willst du sagen wir leben in keiner Demokratie?

Wir leben in einer Demokratie, denn die Politiker, die den ganzen Mist verzapfen, haben sich ja nicht an die Macht geschlichen, sondern wurde vom Volk gewählt, wieder und wieder und wieder.

Hier versagt nicht die Demokratie, isV die Politiker hätten kein Mandat des Volkes. Hier versagt der Wähler.

[–] killingspark@feddit.org 2 points 3 days ago (1 children)

Es versagt vor allem das Angebot und die Informationsvermittlung. Der Wähler wird über den ganzen Bildungsweg dazu erzogen eine der existierenden Parteien zu wählen. Neue und wirkmächtige Angebote zu schaffen ist absichtlich mit riesigen Hürden belegt.

So bleibt dem Wähler halt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera während jedes profitorientierte Medienhaus alles links der CDU als gefährlich für deinen Wohlstand, deine Sicherheit und deine Kinder brandmarkt.

Ja wir leben nicht in russischen Verhältnissen in denen alle anderen Parteien einfach verboten werden. Aber die ganze Schuld nur beim Wähler zu suchen und das System, dass den Wähler zwischen den Wahlen formt, einfach abzutun ist auch verkürzt.

[–] Quittenbrot@feddit.org 2 points 3 days ago (2 children)

Der Wähler wird über den ganzen Bildungsweg dazu erzogen eine der existierenden Parteien zu wählen.

Wie das?

Neue und wirkmächtige Angebote zu schaffen ist absichtlich mit riesigen Hürden belegt.

Wenn es bei den Leuten zieht, funktioniert es. Das sieht man einerseits bei den Blaunen, aber selbst wenn man die und ihre undurchsichtigen Finanzquellen mal ausklammert, nimm halt die Grünen. Da stand absolut kein Establishment dahinter, trotzdem: Gründung in den 80ern, Regierungsbeteiligung in den 90ern, Kanzleraspiranten in den 2020ern. Es geht schon. Und Stichwort riesige Hürden: wenn wir von Die Linke reden: die war sich doch lange selbst die größte Hürde, siehe Wagenknecht und co. Diese Witze mit drei Linke, vier Splittergruppen kommen ja nicht von ungefähr. In Berlin hingegen stehen sie momentan mit einem klaren, simplen Thema so stark da wie noch nie - trotz Boulevard.

Aber die ganze Schuld nur beim Wähler zu suchen und das System, dass den Wähler zwischen den Wahlen formt, einfach abzutun ist auch verkürzt.

Die Wirkung bestimmter Medien nehme ich hier nicht in Schutz, wohl aber die Demokratie, die hier im Thread speziell herausgestellt wurde.

Und ja: ich nehme den Wähler da absolut in Verantwortung, denn das ist die Kehrseite der Medaille: Wenn ich eine Wahl habe, trage ich auch die Verantwortung dafür. Bild-Zeitung hin oder her, jeder von uns ist mündig genug, seine eigene Entscheidung treffen zu können und zu müssen. Man muss weder Merz noch Braun wählen, du und ich und die anderen hier schaffen das ja auch (nehme ich jetzt mal an), warum sollte das bei anderen dann nicht auch gelten?

[–] kossa@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Gründung in den 80ern, Regierungsbeteiligung in den 90ern, Kanzleraspiranten in den 2020ern

Auf der einen Seite: ja. Auf der anderen Seite: je mehr Macht sie hatten, desto mehr haben sie auch mit dem, was sie eigentlich wollten, gebrochen und rühren in der gequirlten neoliberalen Gülle fleißig mit ¯\_(ツ)_/¯

[–] Quittenbrot@feddit.org 1 points 2 days ago

Ich könnte jetzt zynisch sagen, dass Macht korrumpiert.

Andererseits hat noch jede Partei in der Regierungsverantwortung ihre scharfen Kanten verloren. Die PDS hat in Berlin damals den Verkauf von 60.000 Wohnungen getragen und unter Wirtschaftssenator Wolf auch einen ziemlich harten Sanierungskurs gefahren. Ein Ministerpräsident Ramelow in Thüringen ist für viele mit seiner staatstragenden Gemäßigtkeit auch weit weit weg von den Flügeln der Partei, die radikale Änderungen wollen. Die Frage ist halt, was hierzulande mehrheitsfähig ist.

[–] killingspark@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Der Wähler wird über den ganzen Bildungsweg dazu erzogen eine der existierenden Parteien zu wählen.

Wie das?

Ich weiß ja nicht wie das bei dir so war aber bei mir wurde in Sozialkunde nur über etablierte Parteien gesprochen und auch in den sonstigen Bildungsangeboten zu Politik werden ja eher selten mal Programme von kleineren Parteien durchgegangen. Autodidakten sind selten, die meisten schauen nicht über den Tellerrand der ihnen gebotenen Lektionen hinaus.

Man muss weder Merz noch Braun wählen, du und ich und die anderen hier schaffen das ja auch (nehme ich jetzt mal an), warum sollte das bei anderen dann nicht auch gelten?

Ja warum das so ist ist die Frage. Warum schaffen das die anderen nicht? Weil es gar kein Interesse gibt die politische Bildung so zu gestalten, dass eine relevante Anzahl Menschen sich von den etablierten Parteien abwendet oder zumindest einen Kurs von ihnen einfordert der ihre Interessen vertreten würde.

Nur weil Menschen mündig sind heißt das nicht, dass sie in der Lage sind alles selbst zu lernen. Vieles muss einem beigebracht werden und Bildung, gerade politische Bildung, ist nunmal stark von den existierenden Parteien geprägt.

Dass es dabei Ausnahmen wie die Grünen gibt bedeutet nicht, dass es dahinter kein system gäbe.

[–] Quittenbrot@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Ich weiß ja nicht wie das bei dir so war aber bei mir wurde in Sozialkunde nur über etablierte Parteien gesprochen

Wirklich mit dem politischen System befasst haben wir uns mMn eh erst ab der Sekundarstufe. Wenn du schreibst, man würde über den ganzen Bildungsweg dazu erzogen, dann klingt das für mich aber eher danach, als würde man schon in der Vorschule Material von seinem örtlichen JU-Kontaktmann in die Hand gezwungen bekommen :)

Aber im Ernst: meine Erfahrung war wirklich nicht so. Zu dem Zeitpunkt, wo es tatsächlich auch im Detail um die politische Landschaft Deutschlands ging, waren die Leute schon reif und interessiert genug, sich da ihre eigenen Gedanken zu machen zu können und wollen - bzw eh der grundsätzlichen Meinung, dass Erwachsene und ihre Meinungen nerven.

Außerdem, was heißt für dich "etablierte Partei"? Die Linke ist doch bspw längst eine etablierte Partei und will etwas komplett anderes als die Union. Also selbst innerhalb der sichtbaren "etablierten Parteien" ist ein breites politisches Spektrum abgebildet - die Leute wählen aber trotzdem wie sie wählen.

die meisten schauen nicht über den Tellerrand der ihnen gebotenen Lektionen hinaus.

Ja warum das so ist ist die Frage. Warum schaffen das die anderen nicht?

Aber wessen Schuld ist das dann am Ende? Ich habe einen alten Studienkollegen, wir haben beide das gleiche Bildungslevel, sind in einer ungefähr vergleichbaren Umgebung aufgewachsen. Er bezieht seine Meinung aber über sein Bild plus Abo und redet politisch dummes, populistisches Zeug. Das hat er sich letztlich schon selber so ausgesucht.

Nur weil Menschen mündig sind heißt das nicht, dass sie in der Lage sind alles selbst zu lernen.

Es heißt aber, dass man selber die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen muss. Und da muss man sich irgendwann entscheiden, ob man einfach blind der Herde nachläuft und nicht selber denken will, oder ob man die Dinge hinterfragen möchte. Diese Verantwortung kann man nicht abstreifen, auch wenn es sehr bequem wäre. Die Kehrseite eines Wahlsystems, bei dem alle mitbestimmen können, ist eben auch, dass man sich selber mit dem Themenkomplex auseinandersetzen muss. Und dazu sind viele einfach zu bequem und wollen stattdessen lieber einfache Antworten.

Und an dem Punkt kommt man man meines Erachtens auch nicht vorbei, ohne die Bürger zu entmündigen, nach dem Motto: du weißt halt nicht, was wirklich gut für dich ist.

[–] killingspark@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Aber im Ernst: meine Erfahrung war wirklich nicht so. Zu dem Zeitpunkt, wo es tatsächlich auch im Detail um die politische Landschaft Deutschlands ging, waren die Leute schon reif und interessiert genug, sich da ihre eigenen Gedanken zu machen zu können und wollen - bzw eh der grundsätzlichen Meinung, dass Erwachsene und ihre Meinungen nerven.

Die Erfahrung hab ich so gar nicht gemacht. Also erstens wirklich ins Detail ging es da nie zumindest nicht im Nebenfachkurs. Zweitens hat es auch echt niemanden die Bohne interessiert. Wenn man so will ging die Ablehnung der erwachsenen so weit, dass man das ganze Thema als uninteressant abgelehnt hat.

Ganz abgesehen davon, dass ein relevanter teil der Gesellschaft nicht über die 10 Klasse hinaus in einer allgemeinbildenden Schule ist und Gemeinschaftskunde auf Berufsschulen eher dürftig ist.

Außerdem, was heißt für dich "etablierte Partei"? Die Linke ist doch bspw längst eine etablierte Partei und will etwas komplett anderes als die Union. Also selbst innerhalb der sichtbaren "etablierten Parteien" ist ein breites politisches Spektrum abgebildet - die Leute wählen aber trotzdem wie sie wählen.

Das muss man getrennt betrachten, es gibt nicht den einen Grund der alles erklärt. Die linke wird mit anderen Mitteln bekämpft als nicht-etablierte Parteien. Erstere werden von quasi allen Medienhäusern diffamiert, zweitere werden Totgeschwiegen und vor systematische Hürden gestellt.

Diese Verantwortung kann man nicht abstreifen, auch wenn es sehr bequem wäre. Die Kehrseite eines Wahlsystems, bei dem alle mitbestimmen können, ist eben auch, dass man sich selber mit dem Themenkomplex auseinandersetzen muss. Und dazu sind viele einfach zu bequem und wollen stattdessen lieber einfache Antworten.

Und an dem Punkt kommt man man meines Erachtens auch nicht vorbei, ohne die Bürger zu entmündigen, nach dem Motto: du weißt halt nicht, was wirklich gut für dich ist.

Ich glaub in der Analyse, dass sich Leute zu wenig, und auch in teilen selbstverschuldet, zu wenig mit Politik beschäftigen, sind wir uns einig.

Du scheinst aber irgendwie zufrieden damit zu sein an dem Punkt stehen zu bleiben und darauf zu beharren, dass die Leute halt von alleine mündig werden sollen.

Ich versuche herauszuarbeiten was diese Unmündigkeit begünstigt um daraus dann Strategien dagegen zu entwickeln. Und da spielt dann eben Bildung, wer diese gestaltet, und welche Interessen diejenigen haben mit rein.

[–] Quittenbrot@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Ganz abgesehen davon, dass ein relevanter teil der Gesellschaft nicht über die 10 Klasse hinaus in einer allgemeinbildenden Schule ist und Gemeinschaftskunde auf Berufsschulen eher dürftig ist.

Aber inwiefern greift dann die Aussage, dass man über den ganzen Bildungsweg darauf erzogen wird, eine der existierenden Parteien zu wählen? Grüne, AfD, Piraten, Volt,.. alles Parteien, die neu erschienen sind und durchaus auch mediale Aufmerksamkeit bekommen haben und heute entweder reale Machtoptionen (Grüne, AfD) haben oder (Piraten, Volt) letztlich an sich selbst gescheitert sind.

Die linke wird mit anderen Mitteln bekämpft als nicht-etablierte Parteien. Erstere werden von quasi allen Medienhäusern diffamiert

Die Linke ist (als ihre Vorgängerpartei) in den neuen Bundesländern extrem verwurzelt und mächtig gewesen. Es gibt nur zwei Ost-Bundesländer, die seit der Wiedervereinigung keine Regierung mit der Linken hatten. Momentan kann sie sich Hoffnungen auf den ersten Platz in Berlin machen. Es funktioniert durchaus, wenn man die Leute begeistert.

Und ehrlich gesagt, die große landesumspannende Verschwörung der Medien gegen die Linke sehe ich jetzt auch nicht wirklich. Dass die FAZ wohl kaum ein wohlwollendes Essay zur AKL (Antikapitalistischen Linken) schreibt, ist wohl ebenso wenig verwunderlich wie dass das nd nicht mit Herzchenaugen von der jährlichen CSU-Klausurtagung berichtet. Jede Sparte hat ihre Medien und ihren Blick auf die Welt. Und die Medien, die sich um einen einigermaßen neutralen Blick bemühen (ÖR), habe ich jetzt nicht wirklich mit Fackeln und Mistgabeln gegen Ramelow oder Wirtschaftssenatoren Gysi oder Wolf anschreiben sehen. Und wie gesagt: ist nicht gerade Feddit mit der sehr starken "Linkslastigkeit" ein Beleg dafür, dass man sich trotzdem politisch anders orientieren kann? Meinst du, hier sind alle so viel schlauer als der Rest?

zweitere werden Totgeschwiegen und vor systematische Hürden gestellt.

Ist das nicht in Wahrheit die Relevanz-Hürde? Wir leben in einem Land von 80 Mio Leuten, da schafft es nur in die Medien und öffentliche Aufmerksamkeit, was genügend Relevanz erreicht hat. Politische Gruppierungen und Ideen jeglicher Couleur gibt is hierzulande wie Sand am Meer. Wer soll da nach welchen Anhaltspunkten entscheiden, welche dieser Neugründungen nun inhaltlich unbedingt bundesweit berichterstattungswürdig ist?

Du scheinst aber irgendwie zufrieden damit zu sein an dem Punkt stehen zu bleiben und darauf zu beharren, dass die Leute halt von alleine mündig werden sollen.

Ich bin damit ganz und gar nicht zufrieden, denn diese gelebte politische Unmündigkeit ruiniert uns gerade! Nur, ich sehe wenig Mittel dagegen, die nicht darauf hinauslaufen, den Teil der Bevölkerung, der nicht so abstimmt wie ich das für richtig hielte, zu bevormunden. Es liegt alles vor uns auf dem Tisch: ein Merz ist legendär unbeliebt, eine Gas-Kathi oder ein Spahn sowieso, über diese komischen Machenschaften wird - wie ja auch hier im Artikel - offen und transparent berichtet. Trotzdem wählen wir hierzulande so, wie wir wählen. Wo willst du da denn konkret ansetzen? Du sagst Bildung, ich kann da nur noch mal auf meinen Bekannten verweisen: Hochschulabschluss, Job, Einkommen, gutes Leben. Trotzdem Bildzeitung und politisch ein Holzkopf. Und davon kenne ich noch mehr. Umgekehrt gibt es genügend Leute mit wenig Bildung, die trotzdem begriffen haben, dass diese Partei der letzte Scheiß ist und sich politisch auf der anderen Seite des Spektrums aufhalten. Und wenn du dir dann wie gesagt Berlin anschaust, wo man als Linkspartei plötzlich mit einem griffigen Thema geschafft hat, die Leute von sich zu begeistern, dann zeigt es mir, dass es eben doch geht.

[–] killingspark@feddit.org 1 points 2 days ago

Aber inwiefern greift dann die Aussage, dass man über den ganzen Bildungsweg darauf erzogen wird, eine der existierenden Parteien zu wählen?

Weil die meisten über den gesamten Bildungsweg entweder keine Bildung in dem Bereich erfahren (bis zur Sekundar Stufe) und ab dann eine ungenügende die sich meistens darin erschöpft die groben Linien der existierenden Parteien aufzuzeigen.

Jede Sparte hat ihre Medien und ihren Blick auf die Welt. Und die Medien, die sich um einen einigermaßen neutralen Blick bemühen (ÖR), habe ich jetzt nicht wirklich mit Fackeln und Mistgabeln gegen Ramelow oder Wirtschaftssenatoren Gysi oder Wolf anschreiben sehen.

Dann hast du im letzten Bundestagswahlkampf nicht aufgepasst. Und das Problem ist ja das hier: ja jede Sparte hat ihre Medien, aber welche Medien wie viele Leute erreichen liegt ganz grundsätzlich auch an der Menge Geld die dahinter steht. Dass NIUS so erfolgreich ist, liegt mitunter daran, dass da viel Geld von reichen Menschen reinfließt.

Ist das nicht in Wahrheit die Relevanz-Hürde? Wir leben in einem Land von 80 Mio Leuten, da schafft es nur in die Medien und öffentliche Aufmerksamkeit, was genügend Relevanz erreicht hat. Politische Gruppierungen und Ideen jeglicher Couleur gibt is hierzulande wie Sand am Meer. Wer soll da nach welchen Anhaltspunkten entscheiden, welche dieser Neugründungen nun inhaltlich unbedingt bundesweit berichterstattungswürdig ist?

Und wer entscheidet jetzt nach welchen Kriterien was "Relevanz" hat? Dass nicht zuhaufen Kapitalismuskritik im Fernsehen platz findet hat nicht nur mit Relevanz zu tun (denn relevant wäre sie und sie wird nur relevanter).

Ich bin damit ganz und gar nicht zufrieden, denn diese gelebte politische Unmündigkeit ruiniert uns gerade! Nur, ich sehe wenig Mittel dagegen, die nicht darauf hinauslaufen, den Teil der Bevölkerung, der nicht so abstimmt wie ich das für richtig hielte, zu bevormunden. [...] Du sagst Bildung, ich kann da nur noch mal auf meinen Bekannten verweisen: Hochschulabschluss, Job, Einkommen, gutes Leben. Trotzdem Bildzeitung und politisch ein Holzkopf. Und davon kenne ich noch mehr. Umgekehrt gibt es genügend Leute mit wenig Bildung, die trotzdem begriffen haben, dass diese Partei der letzte Scheiß ist und sich politisch auf der anderen Seite des Spektrums aufhalten.

Ich glaub du machst dir da den Begriff "Bildung" zu einfach. Fachidioten gibt es viele, die sich in ihrem Beruf und allem drumrum gut auskennen aber sich selber grade so die Schuhe schnüren können. Und ja ich sage Bildung und wenn das als Bevormundung ankommt ist das nur ein Framingproblem. Wir lassen Menschen nicht Autofahren, wir lassen sie kein Flugzeug fliegen, nichtmal ein Restaurant lassen wir sie betreiben ohne, dass sie auch als Erwachsene nocheinmal Bildung erfahren müssen. Einen Demokratieführerschein finde ich nicht so absurd.

Und wenn du dir dann wie gesagt Berlin anschaust, wo man als Linkspartei plötzlich mit einem griffigen Thema geschafft hat, die Leute von sich zu begeistern, dann zeigt es mir, dass es eben doch geht.

Wie gesagt: es gibt Ausnahmen. Das System ist nicht so autoriär, dass es in jedem Fall funktioniert und durchgesetzt wird. Wenn es Probleme gibt die groß genug sind und die aktuellen Machthaber sich nicht darum kümmern, dann gibt es gelegentlich Chancen.

Und wie gesagt: ist nicht gerade Feddit mit der sehr starken “Linkslastigkeit” ein Beleg dafür, dass man sich trotzdem politisch anders orientieren kann? Meinst du, hier sind alle so viel schlauer als der Rest?

Feddit ist winzig und entstandan als antikapitalistische Alternative zu profitorientierten Plattformen. Ich glaube nicht, dass man aus der linkslastigkeit dieser Plattform irgendwas ableiten ausser: Ja es gibt linke Menschen. Das überrascht aber wohl niemanden. Und es geht wie gesagt nicht um schlauer. Es geht um Bildung, die alle erfahren könnten und sollten.

[–] DirtSona@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)

Demokratie ist wenn Wahlen?

Russland auch Demokratie? Putin würde gewählt.

[–] Quittenbrot@feddit.org 2 points 3 days ago (1 children)

Demokratie ist, wenn das Volk die Macht ausübt. Unser Volk kann frei wählen und wählt diese Nasen aus freien Stücken wieder und wieder. Keiner zwingt uns, Union zu wählen, trotzdem waren sie bei der letzten Wahl quasi doppelt so stark wie die nächste demokratische Partei.

In Russland haben sie gerade erst vorsichtshalber die letzte echte Oppositionspartei von der Wahl ausgeschlossen und deren Chef 11 Jahre ins Arbeitslager gestopft. Der Unterschied zu hierzulande dürfte ziemlich auf der Hand liegen.

[–] DirtSona@feddit.org 2 points 2 days ago (1 children)

Aber übt unser Volk denn die Macht aus? Über welche Entscheidungen der aktuellen Koalition würde denn abgestimmt? Fast keine. Fast alles war nicht Teil der Wahlprogramme. Und da ist es auch egal wen man wählt. Keine der Parteien die in den letzten Jahren in der Regierung war haben sich an die Wahlprogramme gehalten, oder?

Und selbst wenn es dann Abstimmungen zu konkreten Entscheidungen gibt, passiert nix, siehe Berliner Enteignungsbescheid.

Also wie viel Macht haben denn die Bebölkerung in DE?

[–] Quittenbrot@feddit.org 1 points 2 days ago (2 children)

Aber übt unser Volk denn die Macht aus?

Ja, im Rahmen einer repräsentativen Demokratie. Das bedeutet, man wählt die Leute, die dann für einen die Entscheidungen treffen.

Keine der Parteien die in den letzten Jahren in der Regierung war haben sich an die Wahlprogramme gehalten, oder?

..und trotz den ganzen Merz's, Scholz's, Dobrindts, Spahns, etc.. wählen die Leute wieder und wieder mehrheitlich diese Parteien. Sie bekommen genau das, was sie wählen.

Sich vorzumachen, dass das groß anders liefe, wenn nur endlich das "Volk selber" mitentscheiden dürfte, halte ich für vollkommen fahrlässig. Sonntagsfrage Stand jetzt hat eine absolute Mehrheit rechts der Mitte. Deutschland ist einfach ein ziemlich konservatives Land.

[–] DirtSona@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Okay, mir ist noch eine andere Beschreibung meines Punktes eingefallen. Ich hoffe der ergibt mehr Sinn.

Angenommen es gibt ein Land was aktuell 100% demokratisch ist (egal wie wir das verstehen). Nun gibt es dort eine Abstimmung bei der der Volkswille mehrheitlich entscheidet eine Person zum Diktator zu machen.

Was trifft jetzt zu: A) das Land ist immer noch eine Demokratie. Denn der Diktator wurde demokratisch gewählt. B) das Land ist keine Demokratie denn es hat einen Diktator

Ich würde sagen B, sagst du A?

Und hier sehe ich unseren Unterschied. Du siehst ein dass wir korrupte Politiker haben welche nicht nach dem Volkswillen handeln, sagst aber, da diese demokratisch gewählt wurden leben wir in einer Demokratie. Und ich meine dass genau dafür wir eben nicht in einer Demokratie leben.

[–] Quittenbrot@feddit.org 1 points 2 days ago

Was trifft jetzt zu: A) das Land ist immer noch eine Demokratie. Denn der Diktator wurde demokratisch gewählt. B) das Land ist keine Demokratie denn es hat einen Diktator

B. Die Herrschaft des Volkes endet mit Machtübernahme des Diktators, denn nun liegt die Macht ausschließlich bei ihm/seiner Clique.

Du siehst ein dass wir korrupte Politiker haben welche nicht nach dem Volkswillen handeln, sagst aber, da diese demokratisch gewählt wurden leben wir in einer Demokratie.

Mein Punkt ist: dass diese Politiker an der Macht sind, ist der ausgedrückte Volkswille. Das ist doch genau das Problem! Und im Gegensatz zum Diktator stellen sich diese Politiker regelmäßig auf verschiedensten Ebenen dem demokratischen Votum - und werden wieder und wieder bestätigt. Das Volk wird regelmäßig gefragt, könnte Alternativen wählen, tut es aber nicht. Und wenn, dann ist es die sog "Alternative", die letztlich zwar einen Systembruch anstrebt, aber einen, den die Leute nicht nur hier auf Feddit nicht haben wollen.

[–] DirtSona@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Du verstehst teilweise den Punkt den ich machen will.

Ich denke das Problem kommt daher dass eben Demokratie nicht klar definiert ist. Bzw. Wir einfach sagen dass das System in dem wir leben eine Demokratie ist. Damit funktionieren bei dir Diskussion darüber eben gar nicht.

Ich Versuche es anders zu formulieren. Du schreibst jetzt nicht mehr Demokratie sondern repräsentarive Demokratie. Damit ist ja eben gemeint dass die Wähler die Macht an ein paar wenige delegieren. Und dies nennen wir dann Demokratie. Aber hier ist eben das Problem. Was diese Personen machen steht praktisch nicht zur Debatte. Wie viel Einfluss die Meinung der Menschen eines Wahlkreises auf das Verhalten des repräsentaten hat, und wie viel Lobbyisten von verschiedenen Firmen ist auch nicht mehr ersichtlich. Das kann man doch nicht Demokratie nennen?

Und am besten sieht man es eben am Volksentscheid. Da gibt es ein verfassungsrechtliches Mittel eines Volksentscheids. Die Mehrheit stimmt dafür und was passiert? Bald gibt es die 3. Regierung in Berlin die nichts macht, bzw. Jetzt überlegt die Bundesregierung dies einfach zu verbieten.

Und ich sehe noch ein Problem. Am Anfang schriebst du eben dass die Menschen die Union wählen doch immer der selben Partei die macht geben. Jetzt mit Scholz nimmst du auch die SPD auf. Man kann also sagen: bei unserer tollen repräsentativen Demokratie können wir immer die Regierung abwählen. Dass dies aber fundamental was an unserem Staat ändern ist aber nicht der Fall. Egal ob Union, SPD, grüne, FDP, linke in der Regierung waren. Es wurden nie die Wahlprogramme umgesetzt (bei manchen mehr, bei anderen weniger. Aber die wichtigsten Punkte standen nie zur Abstimmung sondern werden ständig gegen die Mehrheit beschlossen). Also was beingt es zwar die Wahl zwwicehn Dutzend Parteien zu haben wenn grundlegend das selbe rauskommt?

[–] Quittenbrot@feddit.org 1 points 2 days ago

Ich denke das Problem kommt daher dass eben Demokratie nicht klar definiert ist. Bzw. Wir einfach sagen dass das System in dem wir leben eine Demokratie ist.

Die Behauptung, dass wir in einer Demokratie leben, ist nicht einfach so mal aus der Luft gegriffen und die repräsentative Demokratie ist eine Form davon. Der Grund, warum ich das explizit so genannt habe, ist, da viele Demokratie im Kopf ausschließlich mit direkter Demokratie gleichsetzen.

Und bezüglich der direkten Demokratie kann ich mich nur wiederholen:

Sich vorzumachen, dass das groß anders liefe, wenn nur endlich das “Volk selber” mitentscheiden dürfte, halte ich für vollkommen fahrlässig. Sonntagsfrage Stand jetzt hat eine absolute Mehrheit rechts der Mitte. Deutschland ist einfach ein ziemlich konservatives Land.

Du schreibst:

Was diese Personen machen steht praktisch nicht zur Debatte.

Aber das ist so nicht richtig. Alle 4 bzw 5 Jahre müssen sich diese Repräsentanten der Wiederwahl stellen und ihre demokratische Legitimation erneuern.

Aber die wichtigsten Punkte standen nie zur Abstimmung sondern werden ständig gegen die Mehrheit beschlossen

Welche sind das?