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Mutmaßliche Vergewaltigung in Jugendzentrum – Vertuschungsverdacht erhärtet

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 16-Jährigen in einem Berliner Jugendzentrum steigt der Druck auf Linken-Jugendstadträtin Nagel. Sollten Verdächtige geschont werden?

Von Florian Kistler

26.03.2026, 19.46 Uhr


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Jugendzentrum in Berlin-Neukölln: Mutmaßliche Vergewaltigung

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Jugendzentrum in Berlin-Neukölln: Mutmaßliche Vergewaltigung

 Foto: Jens Kalaene / dpa

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 16-Jährigen in einem Neuköllner Jugendzentrum steigt der Druck auf die Jugendstadträtin des Bezirks, Sarah Nagel (Linke). Inzwischen gibt es eine eidesstattliche Versicherung, die den Vorwurf untermauert, das Jugendamt habe das mutmaßliche Verbrechen aufgrund des Migrationshintergrunds der mutmaßlichen Täter zunächst vertuschen wollen.

In dem zweiseitigen Schreiben von Mitarbeiterinnen eines Mädchenzentrums, das an das Jugendzentrum angrenzt, wird unter anderem ein Gespräch zwischen ihnen und einer Mitarbeiterin des Jugendamts Ende Januar beschrieben. Auf Drängen der Mitarbeiterinnen, dass eine Anzeige »stattfinden muss«, habe die Jugendamtsmitarbeiterin davon absehen wollen, »da sie eine Marginalisierung der Tätergruppe befürchtete«. Und weiter: »Sinngemäß äußerte sie, dass die muslimischen Jungen bereits genug im Visier der Polizei seien und sie einen Generalverdacht verhindern möchte.«

Das Schreiben liegt dem SPIEGEL vor.

Zu der Vergewaltigung im Garten der Einrichtung soll es im vergangenen November gekommen sein. Zuerst hatte die »Bild« über den Fall berichtet. Laut dem Bericht soll ein damals 17-Jähriger die Tat gefilmt und dem Mädchen gedroht haben, das Video deren Eltern zu schicken. Das Mädchen soll später zudem von Jugendlichen, die das Video besaßen, bedrängt worden sein.

Über diesen Vorfall hinaus sollen weitere Mädchen von sexuellen Übergriffen durch männliche Besucher des Jugendzentrums berichtet haben, so geht es auch aus der Erklärung der Mitarbeiterinnen des Mädchenzentrums hervor. Mehrere Betroffene, darunter die 16-Jährige, hätten sich dem Mädchenzentrum anvertraut.

Vater erstattet Anzeige

Fest steht: Weder das Jugendzentrum noch das Jugendamt erstatteten zunächst Anzeige. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft.******

Als vor etwa zwei Wochen zum ersten Mal Vertuschungsvorwürfe laut wurden, dementierte Jugendstadträtin Nagel anschließend. In einer Erklärung teilte sie mit, es habe »keinerlei Versuch« gegeben, »die Vorwürfe zu vertuschen«. Und weiter: »Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle für den Umgang mit den Vorfällen, wie dies in diversen Medienberichten behauptet wird.«

Die eidesstattliche Versicherung nährt daran nun starke Zweifel.

Auf Nachfrage des SPIEGEL sagte Nagel, es habe zum Zeitpunkt ihrer ersten Stellungnahme keinen Hinweis darauf gegeben, dass der Migrationshintergrund der mutmaßlichen Täter eine Rolle gespielt habe.

Inzwischen wisse sie, dass es unterschiedliche Darstellungen über das Gespräch zwischen der Mitarbeiterin des Jugendamts und den Mitarbeiterinnen des Mädchenzentrums gebe. »Das muss ich feststellen, und das werde ich weiter aufklären«, so Nagel. Sie halte aber daran fest, dass von einer Vertuschung keine Rede sein könne: »Trotz aller Fehler wollte niemand diese entsetzliche Tat vertuschen.«

Nagel benennt Fehler

Als Fehler bezeichnete es Nagel, dass das Jugendamt keine Gefährdungsanalyse gemacht und keine Informationen zum Opfer und seinen Eltern gesucht habe. Meldeketten seien ebenfalls nicht eingehalten worden. Eine Aufarbeitung der Vorfälle werde durch eine extern besetzte Kommission erfolgen. Ein Bericht mit konkreten Empfehlungen solle im Sommer vorliegen.

Personelle Konsequenzen gibt es schon jetzt. Eine Mitarbeiterin aus dem Jugendamt sei versetzt worden, teilte Nagel mit. Weitere könnten »aus dem Prozess der weiteren Aufarbeitung« folgen. Die Jugendamtsleiterin ist weiterhin im Amt. Das bestätigte Nagel dem SPIEGEL.

Eng werden könnte es auch für Nagel. Die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch (CDU), informierte am Donnerstag das Berliner Abgeordnetenhaus und sprach von Widersprüchen und nicht schlüssigen Antworten bei der Stellungnahme des Bezirks.

Es sei eine Fallbesprechung mit dem Bezirk durchgeführt worden. Auch hier habe es Widersprüche gegeben, ob und zu welchem Zeitpunkt das Opfer selbst eine Anzeige erstatten wollte oder den Wunsch äußerte.

Nagel hatte in ihrer ersten Stellungnahme betont, das Jugendamt hätte zunächst beschlossen, »nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn hierfür auch das Einverständnis des Opfers vorliegt«.

Nagel sei zudem nicht der Aufforderung nachgekommen, sämtliche Unterlagen, Akten und Vorgänge zu der Sache der Senatsverwaltung zur Prüfung vorzulegen. Die Frist sei am Mittwoch abgelaufen. Auch ein Fragenkatalog sei zum Zeitpunkt der Abgeordnetenhaussitzung noch nicht beantwortet gewesen.

Jugendzentrum bleibt vorerst geschlossen

Die CDU-Fraktion in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung fordert inzwischen die Abwahl von Nagel und wollte dazu am Mittwoch einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung einbringen, der es allerdings nicht mehr auf die Tagesordnung schaffte.

Die CDU kritisierte, dass der Bericht der Kommission erst im Sommer vorliegen solle. »Diese offen zur Schau gestellte Verschleppungstaktik ist der Gipfel dieses ohnehin schon skandalösen Vorgangs«, sagte der Fraktionsvorsitzende Markus Oegel. »Es braucht jetzt zügige Aufklärung und personelle Konsequenzen statt dieses unmöglichen Aussitzens und Vertuschens.«

Das Jugendzentrum ist inzwischen geschlossen. Nagel sagte dem SPIEGEL, dass es »frühestens in den Sommerferien« wieder öffnen werde. Zuvor werde es ein neues pädagogisches Konzept und räumliche Veränderungen geben.

Offen dürfte sein, ob Nagel dann noch Jugendstadträtin ist.

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Vielerorts dürften dadurch an den beiden Tagen so gut wie keine Busse und Bahnen fahren. Der Streik soll am Freitag in den frühen Morgenstunden beginnen und je nach Region bis in die Nacht auf Samstag oder Sonntag andauern.

Die S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn sind nicht betroffen.

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cross-posted from: https://discuss.tchncs.de/post/54286376

Eine Initiative in Berlin will eine weitestgehend autofreie Innenstadt haben. Innerhalb des Rings sollen nur wenige Ausnahmen für Autofahrer gelten.

Mehr iIfos auf https://verkehrsentscheid.de/

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Aus aktuellem Anlass. -_-

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