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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 28 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (1 children)

Irgendwie gehen mMn viele Leute auch falsch mit der Hitze um. Die hören im Wetterbericht "Hitzewelle" und frohlockende Radiomoderatoren und denken sich: "Ja fein, wir gehen heute baden". Und legen sich bei 36°C in die Sonne.

Ja, ich weiss, früher sind die Leute auch baden gegangen wenns warm war. Ich bin selber Boomer. In den 80er Jahren in Köln sind wir da auch an den Baggersee gegangen, und da waren so viele Leute dass alle zwei Wochen jemand ersoffen ist (auch weil die tiefen Baggerseen wie der Fühlinger See eine tückische Temperaturschichtung hatten).

Nur: damals war die Maximaltemperatur 27°C. Das ist mit heute überhaupt nicht mehr zu vergleichen. Und ja, in Sizilien oder Sevilla leben auch Menschen. Aber die gehen, wenn es sich nicht unbedingt vermeiden lässt, in der Nachmittagshitze nicht raus.

Sevilla ist übrigens eine wunderschöne Stadt. Das soziale Leben findet da zwischen Sonnenuntergang und dem frühen Morgen statt (und in einer Kultur, in der das auch wichtiger ist als Arbeit.)

[–] brocon@feddit.org 11 points 4 days ago (1 children)

Als GenX Exilkölner, der im Einzugsgebiets des Fühlinger Sees aufgewachsen ist und seinen Zivildienst dort abgeleistet hat, kenne ich genug Geschichten von Leuten mit mangelndem Verstand die dort ertrunken sind. Zb Leute die beim Summer Jam nachts mit ordentlich Alkohol im System noch schwimmen gehen wollten. Oder Mutproben wie von einer auf die andere Seite schwimmen und sich völlig überschätzen.

Aber wie du bereits sagtest, die Temperaturen waren andere. Und vielen Leuten scheint nicht klar zu sein, was eine rapide Abkühlung plötzlich mit dem Körper anstellen kann. Seien es nun Krämpfe oder auch absacken des Kreislauf. Genau so verkennen aber auch viele Personen die Gefahr einer Überhitzung. Und da reden wir nicht von Fieber, sondern von Leuten mit 44 Grad Körpertemperatur und mehr, wo sich quasi das Gehirn in der eigenen Schale kocht.

Ich bin gespannt ob es hier ein umdenken geben wird. Ich fürchte aber eher, dass das erst schlimmer wird, bevor der überwiegende Teil der Bevölkerung dies beginnt zu begreifen. Und bei unserer Gurkentruppe von ReGIERenden habe ich da sehr starke Zweifel.

[–] Ooops@feddit.org 7 points 4 days ago (2 children)

Und vielen Leuten scheint nicht klar zu sein, was eine rapide Abkühlung plötzlich mit dem Körper anstellen kann.

Komisch. Immer, wenn ich mich über die Bekloppten hier beschwere, die bei 36°C im Schatten Räume mit Klimananlage auf 16°C abkühlen müssen (eben was im Supermakrt kaufen macht dann zweimal einen +/- 20° Schock beim übertreten der Schwelle innerhalb von 10 Minuten), bin ich der dumme Spinner, der beleidigt werden muss, weil ich dem Wahn verfallen bin, dass Klimaanlagen krank machen können... 😂

[–] brocon@feddit.org 5 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (1 children)

Das tut mir sehr leid. Ich habe diese Reaktion die letzten Tage zu oft von Angesicht zu Angesicht abbekommen. Ich habe dann immer das Gefühl mit der Wand zu reden. Ich kann nur hoffen, dass die Reaktion der Leute mit der Zeit und steigenden Erfahrungen vielleicht besser wird. Aber ich fürchte es wird eher gegenteilig werden und nur noch mehr Unmut entfachen.

[–] Ooops@feddit.org 2 points 4 days ago

Das Problem sind in meinen Augen derzeit eben nicht die fehlende Erfahrung, sondern die schlechten Erfahrungen.

Was wir brauchen sind Krankenhäuser, Altenheime und öffentliche Verkehrsmittel und Gebäude mit Klimaanlage, die in Extremsituationen die Temperaturen im vernünftigen Rahmen hält. Was wir stattdessen kriegen sind Geschäfte und Büros mit Klimaanlagen unter der Kontrolle von Spinnern, die "Ich kann mir 'ne Klimanalage leisten, deshalb demonstrier ich jetzt auch jedem die machbaren Kühlschranktemperaturen während ihr schwitzt" verinnerlicht haben, oder Energie direkt einfach verschwenden, weil die die Fenster aufreißen müssen (ich gehe bisher davon aus, dass der Typus auch beim Heizen ähnlich wirr ist...).

PS: In den Verkehrsmitteln gibt's hier z.B. auch nur die Extreme: heiß und stickig oder kalt und du bist 5 Sekunden nach dem Einsteigen wie aus dem Wasser gezogen. Nur einmal möchte ich bei 30°C in eine Bahn steigen in der es bei angenehmen 25° gut aushaltbar ist.

Aber dank einer Politik, die sowas immer brav weiter nach unten deligiert, ist die so praktische Klimaanlage eben oft kein nützliches Werkzeug für die Allgemeinheit, da, wo sie gebraucht wird, sondern ein dummes Statussymbol, mit dem die Betreffenden dann gerne Blödsinn veranstalten.

[–] Tartufo@lemmy.world 2 points 4 days ago

Ich weiß warum ich auch im Sommer eine Jacke dabei habe: Für Innenräume in denen die Klima zu stark kühlt.

Hilft bei 20°C Unterschied zwar nicht wirklich, aber es gibt bei mir in der Gegend zumindest auch genügend Orte an denen eine Jacke den Temperaturunterschied wenigstens noch halbwegs abfedert.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 14 points 4 days ago (1 children)

Ich finds immer etwas absurd zu lesen "Politik fordert". An wen richtet sich diese Forderung? Wer wird denn gewählt, um stellvertretend für die Wähler*innen Gesetze zu erlassen oder zu ändern, um solche Forderungen umzusetzen?
"Politik fordert." JA DANN MACHT DOCH MAL!

[–] Zacryon@feddit.org 4 points 4 days ago

Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider sieht beim Hitzeschutz vor allem die Länder und Kommunen in der Pflicht. Der Bund habe dafür bereits 100 Milliarden Euro aus einem Infrastruktur-Fonds bereitgestellt. Das sei ausreichend, um entsprechende Maßnahmen zu finanzieren, betonte Schneider im Deutschlandfunk.

Das NRW-Gesundheitsministerium schreibt auf WDR-Anfrage, die Landesregierung habe vor allem für die Krankenhäuser bereits erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt und tue dies auch weiter. Mit Blick auf die vergangene Hitzewelle solle das bisherige Vorgehen ausgewertet und mit allen beteiligten Gruppen und Fachleuten über mögliche Verbesserungen diskutiert werden. Städtetag: Defizit der Kommunen zu hoch

Der Städtetag verweist dagegen auf die klammen Haushalte der Kommunen. Städtetags-Präsident Burkhard Jung (SPD) forderte in der "Rheinischen Post" Bund und Länder auf, mehr Mittel für den Hitzeschutz in den Kommunen zur Verfügung zu stellen. Viele Städte und Gemeinden hätten praktisch keine Möglichkeit für Investitionen angesichts eines Defizits der kommunalen Haushalte von 30 Milliarden Euro pro Jahr.

Laut Umweltminister Schneider will der Bund finanziell auch weiter unterstützen. Der Klimawandel sei jetzt noch mal deutlich spürbar geworden. Temperaturen von mehr als 40 Grad und zunehmende Extremwetterlagen stellten Menschen und Infrastruktur vor große Herausforderungen, so der SPD-Politiker.

Kurzum: Es wird erstaunlicherweise schon etwas getan und gemacht. Es wird nur teilweise aneinander vorbeigemacht. Und offensichtlich zu wenig gemacht. Und Kommunen können von unten heraus auch nicht viel Bewirken, um von oben zu bekommen, was sie brauchen.

[–] knomie@feddit.org 10 points 4 days ago

Das dringendste to-do wäre endlich unsere Emissionen auf 0 zu bringen und wieder aufforsten. Wie kann das nur immer wieder ignoriert werden?

[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 10 points 4 days ago (1 children)

Es wird genau nichts der vorgeschlagenen Dinge unternommen werden, weil wIr HaBeN dAs Ja ImMeR sO gEmAcHt

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 8 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (1 children)

Schlimmer. Die Verantwortung, was zu tun, wird so lange abgewälzt, bis sie irgendwo ankommt, wo die Mittel, das zu tun, einfach fehlen. (in der Regel an die Kommunen)

[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 4 points 4 days ago (1 children)

Steht ja auch im Artikel, wenn ich mich gerade nicht falsch erinnere. Da dachte ich mir auch schon: super, die Kommunen schwimmen ja bekanntlich bereits im Geld.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 4 points 4 days ago* (last edited 4 days ago)

Ja. Der Bund so: Wir haben genug gemacht, die Länder sind zuständig. Die Länder so: Wir haben genug gemacht, die Kommunen sind zuständig. Nützlicherweise können sowohl Bund, als auch Länder die Zuständigkeiten einfach beliebig nach unten abwälzen. Die Kommunen stehen dann da, überhäuft mit teuren Aufgaben, die sie erfüllen müssen, aber nicht unbedingt bezahlen können. Teilweise geht das auch ganz ohne neue Zuständigkeiten zugeschustert zu bekommen. Es reicht einfach, irgendwelche obskuren Vorschriften, die bestehende Aufgaben nur am Rand berühren (z.B. Normen oder andere technische Vorschriften), zu ändern, und plötzlich wird irgendwas, das die Kommune vorher locker stemmen konnte, unbezahlbar.

[–] frischkaesbagett@feddit.org 6 points 4 days ago (1 children)

Ich frag mich eher was das für Hessen bedeutet.

[–] zaphod@sopuli.xyz 5 points 4 days ago (1 children)

Hessen verbrennt und wird zur Wüste.

[–] bob_lemon@feddit.org 5 points 4 days ago

In FFM/Offenbach trainieren die Autofahrer ja schon seit Jahrzehnten auf Mad Max, passt also