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Ähnlich wie Suchtforscher und Konsumenten fordert der [Kölner] Polizeipräsident Räume, in denen sich Konsumenten aufhalten können, runterkommen, weg von der Straße. Dafür fehle Kommunen wie Köln das Geld, sagt der verantwortliche Gesundheitsdezernent der Stadt Köln, Harald Rau. "Alle diese Maßnahmen, die kosten Geld. Und wenn der Gesundheitsdezernent neue, teure Angebote schaffen möchte, muss er dafür werben, dass irgendjemand dieses Geld bezahlt." ...

Für den Suchtforscher Daniel Deimel ist das alarmierend: "Wir brauchen den politischen Mut, dass man einmal sagt, wir wollen diese Situation so nicht mehr, wie sie ist. Suchthilfe kostet Geld, ja, aber wir müssen uns das leisten, weil es komplett alternativlos ist."

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[–] Der_Mann_mit_Hut@feddit.org -2 points 1 year ago (1 children)

Ok, ich sehe ich habe deinen Punkt mit der kompletten Legalisierung wohl anders verstanden als du ihn gedacht hast.

eine Reglementierung mit Fachgeschäften, damit ein legaler Zugang immer noch Möglich ist, aber über Gefahren aufgeklärt werden kann und die Drogen nicht an jeder Ecke erhältlich sind.

Das ist prinzipiell eine gute Idee, setzt voraus, dass gleichzeitig der illegale Markt beseitigt wird. In dem Sinne kann ich mir schon eine Distribution wie von dir beschrieben vorstellen - mit Alterskontrolle, Aufklärung und co. Gleichzeitig müsste aber der Besitz und Vertrieb von nicht aus offiziellen Quellen stammendem Stoff massiv unterdrückt werden. D.h. du wirst mit nicht in offiziellen Läden verkauftem Stoff erwischt - du fährst ein. Um hier Fälschungen zu verhindern müsste man den Verkauf der Ware personenbasiert tracken, (vielleicht über die Gesundheitskarte?), so dass bei einer Kontrolle schnell überprüfbar ist ob eine Person "legale" Drogen bei sich trägt oder eine (vielleicht billigere) Schwarzproduktion dabei hat.

Es ist faktisch unmöglich durch Überwachung Kriminalität zu verhindern, ohne dass du nicht jede einzelne Person 24/7 über wächst und faktisch Privatsphäre abschaffst. Ganz egal wie gut dein Überwachungsapparat ist, Kriminelle werden IMMER Wege finden...

Man muss Kriminalität ja nicht zu 100% ausrotten (das ist - wie du ja schon schriebst - eh unmöglich), man muss es nur schwierig und unbequem genug machen um sie auf ein gesellschaftlich hinzunehmendes Maß zurückzudrängen. Nur mal als Beispiel (hier aus meiner Kleinstadt):

Wir haben hier einen Stadtpark in dem die Drogenszene über die letzten ~15 Jahre immer mehr gewachsen ist, seinen Höhepunkt hat das ganze erreicht als du (übertrieben gesprochen) über die Konsumenten steigen musstest wenn du deinen Hund ausgeführt hast. Was hat das ganze geändert? Viele, viele Fußstreifen, ein paar Pressewirksam eingetretene Haustüren und Festnahmen. Ich bin mir sicher wir haben hier immer noch eine Drogenszene und entsprechende Dealer... diese ist aber deutlich vorsichtiger geworden.

[–] cows_are_underrated@feddit.org 8 points 1 year ago (1 children)

setzt voraus, dass gleichzeitig der illegale Markt beseitigt wird.

Wenn die Legalisierung gut umgesetzt wird, also mit legaler Produktion und dass die Drogen auch bezahlbar sind, dann trocknet der Schwarzmarkt aus. Es gibt ja eigentlich nur genau dre Gründe, wieso jemand auf den Schwarzmarkt zurückgreift:

  1. Es gibt keine legalen Beschaffungswege

  2. Die legalen Beschaffungswege sind deutlich umständlicher als der Schwarzmarkt

  3. Der Schwarzmarkt ist signifikant günstiger.

Besonders der zweite Punkt ist hierbei enorm wichtig. Das was du vorgeschlagen hast (mit tracking Der Drogen) würde nur dazu führen, dass der Schwarzmarkt weiterhin existiert. Wenn ich durch 10 Ringe springen muss, anschließend fremde Personen nachvollziehen können, wann ich welche Drogen konsumiert habe und jederzeit Angst haben muss, dass wenn ich die Drogen aus der Tüte nehme und die somit nicht mehr "offiziell" sind ich eh verkackt werde, dann werden die allermeisten eher auf den Schwarzmarkt gehen. Solange der Schwarzmarkt eine bessere Verfügbarkeit hat, wird er existieren. Deswegen ist der Gedanke, dass wir alles tun müssen und alle Drogen Tracken müssen, damit alle die vom Schwarzmarkt bestraft werden grundsätzlich falsch. Den Schwarzmarkt kann man nur durch ein besseres Angebot besiegen und nicht indem man weiterhin Konsumierende bestraft.

Das ist übrigens auch der Grund, weshalb es immer noch einen ziemlich Großen Schwarzmarkt für Cannabis gibt. Wenn ich nicht den Platz zum selber anbauen habe, keinen CSC in meiner Nähe bzw zu wenig konsumieren, als dass sich eine Mitgliedschaft lohnt und nicht den Weg über die Telemedizin gehen will, werde ich such weiterhin vom Schwarzmarkt beziehen. Wenn wir mal nach Kannada schauen, wo es lizenzierte Fachgeschäfte gibt, sehen wir, dass dort nur ein winzig kleiner Teil der konsumierenden vom Schwarzmarkt kauft. Und das ohne einen riesen Überwachungsapparat.