this post was submitted on 13 Apr 2026
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Der Iran wurde jetzt einen Monat lang mit allem bombardiert, was das Arsenal des wohl stärksten Militärs zu bieten hat. Die Schäden sind definitiv da und viel Leid hat es natürlich ebenfalls verursacht. Aber das Land und seine Führung existieren nach wie vor und werden es weiterhin. Weil Bomben alleine keine Staaten kollabieren lassen. Jedenfalls nicht solche von der Größe eines Irans. Und selbst ein Trump ist nicht dumm genug (Stand jetzt, jedenfalls), ein 90 Mio.-Volk auch auf breiter Front am Boden anzugreifen, um damit einen echten Regimewechsel zu erzwingen. Und wer strebt schon ernsthaft die Auslöschung des iranischen Volks an? Das will doch nicht mal ein Republikaner wie Trump. Wenn er stattdessen ein anderes Regime haben kann, denn es ist nur ein paar Dekaden her, da war der Iran/Persien noch ein enger Verbündeter der Amerikaner und hatte als einer der ersten Staaten das Existenzrecht Israels anerkannt. Wer also eigentlich Angst haben muss, sind die Mullahs mit ihrem fundamentalistischen Fanatismus. Aber bei denen gilt, ebenso wie bei den anderen fundamentalistischen und nationalistischen Fanatikern in dieser Gleichung wie Trump und Netanyahu: je schneller die weg sind, desto besser für den Rest, der einfach nur in Frieden leben will.
Das war der (naive) Versuch des Erstschlages: Die Regierung enthaupten damit hoffentlich das Regime kollabiert. Hat halt nicht geklappt, weil das Regime nicht nur aus einem Anführer besteht sondern aus mehreren Institutionen mit verschiedenen Rückfall-Mechanismen um Einzelpersonen zu ersetzen oder zumindest die Aufgaben zeitweise zu übertragen, aber ich glaube nicht, dass Trump die Komplexität von Regierungsformen versteht oder auch nur kennt.
Jetzt stellt sich halt raus, dass es nicht geklappt hat, aber der Krieg ist im Gange und nicht so leicht zu beenden.
Und dann kamen die Islamisten...
Das unterschreib ich ohne Einwände.
Dazu gibt es ein Buch von Robert Pape, einem amerikanischen Politikwissenschaftler, der sich genau der Frage gewidmet hat, ob man nur durch Bombardierungen ein Land zum Kapitulieren bringen kann (seine Antwort: nein). Das Ding ist mittlerweile ein Evergreen und es wird jedes mal wieder neu drauf verwiesen, wenn es doch wieder einer probiert. Trump scheint es auch nicht gelesen zu haben.
Mittlerweile dürfte aber auch er begriffen haben, dass er das Regime nicht zu Fall bringt, ohne einen richtigen Landkrieg zu führen (und selbst dann ist das nicht sicher). Das möchte er nicht, weil sie ihm innenpolitisch jetzt schon aufs Dach steigen und nun will er gesichtswahrend raus aus der Nummer. Aber ich denke, wir sind uns wohl einig, dass realistisch keine dieser Optionen die Auslöschung des iranischen Volkes vorsieht.
Richtig. Mir ging es dabei nur darum, dass Amerikaner die Iraner nicht als ewige Todfeinde sehen, die man zwingend vom Angesicht der Erde tilgen muss. Sondern als Volk, mit dem man früher gut kooperieren konnte und das nur "momentan" unter der Knute eines fanatischen Zirkels steht. Es ist schon ein Unterschied, ob du fundamental das gesamte Volk hasst und es vernichten willst, oder ob du nur die Regierung scheiße findest und diese loswerden willst. Bei ersterem würde eine Atombombe das Volk beschützen, bei letzterem nur das Machtregime.
Das Buch speziell hab ich nich gelesen, aber unter anderem einen Post von Militärhistoriker Dr. Bret Deveraux, der das gleiche Thema unter die Lupe nimmt. Unter anderem kommentiert er im Kontext des Blitzes auf London: "being bombed hardened civilian will to resist." Wenn nach dem ersten Schlag die Iraner noch den Tod von Khamenei gefeiert haben, ist mittlerweile vermutlich jeder gute Wille den Bach aus Blut und Tränen runter.
Ein Kommentar darunter erwähnt auch einen Beitrag von Pape in Foreign Affairs. Den muss ich auch noch lesen. Das Fazit wird wahrscheinlich in allen Fällen das selbe sein: Lufthoheit kann Bodenoperationen unterstützen, aber nicht ersetzen.
Wenn doch, hätte er wahrscheinlich beschlossen, dass das eh Fake News sei. His feelings don't care about your facts ;-)
In diesem Konflikt, und insbesondere aus Sicht der USA wahrscheinlich nicht. Bei den Zionisten bin ich skeptisch, ob sie langfristig mit dem Land westlich des Jordans zufrieden wären, selbst wenn Iran sie darin nicht mehr bedrohen würde, aber zumindest rational betrachtet werden die USA das aktuell nicht anstreben.
Als ich den obigen Post nochmal rausgesucht hab, ist mir unter anderem die Erwähnung der Berliner Blockade von 1948 ins Auge gestochen. Ich frage mich, wie die Welt aussähe, wenn öfter Schoko-Päckchen statt Bomben abgeworfen würden (bzw. allgemein humanitäre Hilfe statt inhumaner Grausamkeit).
Wird hier vermutlich nicht passieren, das Schiff is abgefahren und kommt so bald nicht wieder. Aber vielleicht hätte das mit dem "Regime stürzen" besser geklappt, wenn sie nachhaltige Unterstützung der Bevölkerung hätten. Das würde vielleicht auch eine Bodenkampagne aussichtsreicher machen.
Rational, nein. Wie gesagt, sie sind ein lokales Problem und definitiv eine Bedrohung für ihre Nachbarn, aber für eine imperiale Großmacht eben nur eines von vielen. Wenn sie kein Problem mehr sind (oder sogar Verbündete) wird das zumindest strategisch reichen.
Irrational wird der Hass auf Muslime, Araber und alles andere, was man sonst so in den Topf wirft (ob es dazugehört oder nicht) leider immer mehr geschürt. Ich war kürzlich schockiert, eben diese Forderung in Person mitzubekommen. Ich hoffe mal, dass solche Haltungen nie die Außenpolitik diktieren.