kalrados12

joined 3 months ago
 

Ich sag jetzt Sachen, die man oft von Leuten hört, die sich nicht besonders mit Politik auskennen. Aber nimm das bitte einfach als meine persönliche Frage. Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Politik, vor allem wegen meiner Familie. Bei uns war es normal, dass man ab und zu politische Sendungen schaut, politisches Radio hört und Bücher zu gesellschaftlichen Themen liest. So bin ich da halt mit reingerutscht und hab das alles zusammen mit meinen Eltern konsumiert. Mir wurde immer gesagt, dass es mein Recht als Mensch ist, mich für Politik zu interessieren.

Jetzt bin ich erwachsen, aber es tut mir ehrlich gesagt weh, Nachrichten zu lesen. Und es liegt nicht daran, dass ich einfach zu sensibel bin oder schlecht mit negativen Dingen umgehen kann.

Ich merke einfach, dass vieles von dem, was mir als Kind vermittelt wurde, in der Realität nicht wirklich funktioniert. Zum Beispiel dieses „Reputationsprinzip“. In Wirklichkeit kannst du in der Politik fast alles sagen oder machen, und es passiert dir nichts du bleibst trotzdem im Spiel. Gefühlt könntest du fast alles bringen. Dazu kommt noch so ein Ding wie das "Recht des Stärkeren", das gerade überall irgendwie präsenter wird. Vielleicht war das schon immer so und mir wurde einfach was anderes erzählt... aber ja, wer Macht hat, kann sich in der Politik oft ziemlich viel erlauben.

Und sorry, ich geh jetzt nicht auf konkrete Beispiele ein davon gibt es einfach zu viele. Im Grunde läuft alles auf eins hinaus: Politik wirkt extrem dreckig und viele Politiker arbeiten am Ende nur für ihren eigenen Vorteil. Das ist genau die Meinung, die sonst jeder Besoffene am Stammtisch raushaut und früher hab ich das nie ernst genommen. Jetzt ertappe ich mich dabei, dass ich genau das gleiche denke wie diese Leute an der Bar.

Warum ist das so geworden? Kann man diesen Pessimismus irgendwie überwinden? Oder wie nennt man das überhaupt?

 

I’m from Ukraine and I was forced to move to Austria. I speak German at a B1 level, which I learned in about six months (I also had some basics from school).

What I keep noticing, quite often, is a kind of “white racism” toward Eastern Europeans, especially Ukrainians. Online and in the news there is a lot of sympathy for Ukrainians. In real life, however, we are often treated as if we were mentally backward natives. In one conversation, an Austrian seriously asked me whether we even have the internet in Ukraine. A friend of mine, who already has a child, told me that her child gets bullied at school because of their background, sometimes even indirectly by teachers. Situations like this are not rare.

I’m not here just to complain. I’m genuinely trying to understand why this happens. Why are we treated this way? Is it because Eastern Europe is seen as less economically developed? Yes, salaries are higher here, but not everyone here is a millionaire. I also see many homeless people on the streets who clearly look European, most likely Austrians.

Another friend once told me a story about an Austrian guy she dated. He seemed to come from a wealthy family, with parents working in a big bank. He openly talked about Ukrainian women as prostitutes and Ukrainians in general as homeless people, and his friends supported these views. I’ve also lived in Germany for some time and saw similar attitudes there.

For example, Ukrainians are very often pushed toward jobs like elderly care, as if that’s all we are fit for. Meanwhile, most Ukrainians I know who are now doing hard physical work here actually have higher education. Back in Ukraine they were lawyers, business owners, doctors.

I’m really interested in hearing thoughts on why this perception exists and where it comes from.