this post was submitted on 22 Sep 2026
90 points (98.9% liked)

DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

5623 readers
562 users here now

Das Sammelbecken auf feddit.org für alle Deutschsprechenden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und die zwei Belgier. Außerdem natürlich alle anderen deutschprechenden Länderteile der Welt.

Für länderspezifische Themen könnt ihr euch in folgenden Communities austauschen:

___

Zusätzliche Regeln aus „Lessons learned":

___

Einsteigertipps für Neue gibt es hier.
___

Eine ausführliche Sidebar mit den Serverregeln usw. findet ihr auf der Startseite von feddit.org

___

founded 2 years ago
MODERATORS
you are viewing a single comment's thread
view the rest of the comments
[–] PreppaWuzz@discuss.tchncs.de 1 points 5 days ago (1 children)

Was den Rest der ID-Modelle von VW angeht - die sind, wenn man sich ansieht, was man für das Geld bekommt, halt allesamt VIEL zu teuer, die Software könnte ein Dreijähriger besser programmieren

Auf welchen Stand sprichst Du an? Denn die aktuelle MEB Software ist soweit ganz ok, vor allem wenn man nicht zu viel Schnickschnack erwartet.

Problematisch waren leider die ersten Jahre, da gab es noch zu viele Probleme und zu wenig Features, das war IMO ein Fehler. Da hätte man lieber noch 1 Jahr länger entwickeln sollen und sich ein bißchen was bei Tesla abschauen.

Ich bin sowieso ein Fan der Tesla-Software, die ist bisher die beste, die ich sowohl im Infotainment-Teil, als auch im technischen Bereich wie Motorabstimmung bei einem BEV kenne.

Außerdem war es IMO ein Fehler die BEV-Reihe als hipp und trendig aufbauen zu wollen. Damit hat man die typischen Golf-Käufer verschreckt. Es wäre besser gewesen, den ID.3 als "normalen" Golf unter die Leute zu bringen. Für Spielereien mit Design und Schalala hatte man ja Cupra als Marke bereits aufgelegt.

Aber besonders die aktuellen Modelle wie der ID.Polo oder der Skoda Epiq haben jetzt alle Features, die man sich von einem modernen BEV wünschen würde. Da hat der VW-Konzern deutlich aufgeholt.

Und verglichen mit den Chinesen mag die Software dort evtl. bunter aussehen und viele Features vortäuschen, aber was man so liest, ist die Bedienung und die Zuverlässigkeit der Software oftmals nicht so überragend.

Bleibt noch der Preis. Da muss man sich aber von den Golf-Klasse-neu-für-20000€ Gedanken lösen, diese Zeiten sind auch bei den Verbrennern vorbei.

[–] gajustempus@feddit.org 2 points 5 days ago (1 children)

ich sags mal so: Die aktuelle Software ist nicht "gut". Sie ist "okay". Das ist kein Lob, das ist, was mal als Baseline von einer Fahrzeugsoftware im Jahre 2026 erwarten kann und MUSS. Die Abstürze und Hänger sind dadurch aber auch noch nicht vollends verschwunden, treten in meinem Bekanntenkreis (Referenzgröße: Ein paar tausend Teilnehmer der Elektrischen Community in Fulda sowie deren direkte Bekannte. Aus ganz Europa) durchaus erwähnenswert auf. Und die Handyapp ist und bleibt ein Krampf.

Volkswagen hilft halt gerade für die aktuellsten Modelle ENORM, dass sie die inkompetenten Münchner Volltrottel von CARIAD achtkantig rausgeworfen haben und in China mit Xpeng, für den übrigen Markt mit Rivian eingegangen sind. Spart nicht nur einige TAUSEND Leute mit wenig Können und Arbeitsmoral, sondern bringt auch Resultate.

Besonders negativ ist btw. bei den ganzen ID-Modellen, dass die Software NICHT abwärtskompatibel ist. Die Kunden der ersten Stunde (also alle, die ein 1st Edition außen dran pappen haben) werden so NIEMALS ein Softwareupdate auf den neuen Softwarestack bekommen. Selbst die 2.xer-Softwareversionen bekommen keine Updates mehr. Und die neuen Versionen wurden DERART auf links gedreht, dass vorher vorhandene Funktionen (wie etwa die Integration in Hausautomation oder externe Dienste wie elektronische Fahrtenbücher oder Flottenmanagement) keinen API-Zugriff mehr haben und somit ihren Dienst einstellen mussten. Laut Volkswagen kann man das selbst gegen Geld nicht mehr heilen, weil die den Software-Stack von Grund auf umgestellt haben und das alles nicht mehr vorgesehen ist. Das macht selbst ein Kia besser.

Und ja, Volkswagen bringt mit dem ID.Polo und den Konzernschwestern JETZT ein Auto, das man VOR FÜNF JAHREN noch als Innovation hätte verkaufen können. Effektiv sind die Autos für das, was sie bieten, knapp 50% zu teuer (Kollege von mir least jetzt einen BYD Dolphin Surf mit großem Akku...für unter 100 Euro im Monat. Inklusive Versicherung und alles, wohl gemerkt). 30k für einen "Polo", wenn man für 5k mehr bereits Autos wie ein Model Y bekommen und damit einfach mal zwei oder drei Fahrzeugklassen überspringen, dafür aber ein etabliertes und ausgereiftes Fahrzeug bekommen kann, ist schon eine Ansage. Und wer Tesla nicht mag, nimmt halt nen Xpeng G6 oder nen Leapmotor. Oder nen Polestar. Oder nen Hyundai, Citroen, GWM, BYD oder einen von über einem Dutzend anderer Hersteller, die mir gerade nicht spontan einfallen und in der ähnlichen Preisregion mehr Ausstattung, mehr Service, mehr Marktreife und schlicht und ergreifend MEHR AUTO fürs gleiche oder ähnliche Geld bieten.

VW hat versagt. Auf voller, ganzer Linie. Die zu schließenden Werke werden nicht die einzigen bleiben. Persönlich hab ich ne Wette laufen, welcher chinesische Hersteller in 10 Jahren der neue Eigentümer von Volkswagen sein wird. Mein Geld liegt aktuell auf CATL, da die DAS Know-How in Sachen Batterieproduktion und -packaging haben und bis dato noch keine eigenen Fahrzeuge herstellen, damit die Chance wahrnehmen und sich einfach in den Markt einkaufen könnten. Die Marke VW wird zwar bleiben (genau so wie Grundig, MG und Co. immer noch existieren), aber es wird halt eine reine Handelsmarke ohne echten Inhalt werden. Und das ist zu 100% die Schuld der Chefetage und all jener, die lieber die bereits altersschwache Cash-Cow auf Krampf zu melken versucht haben.

[–] PreppaWuzz@discuss.tchncs.de 1 points 5 days ago

Sie ist "okay". Das ist kein Lob, das ist, was mal als Baseline von einer Fahrzeugsoftware im Jahre 2026

Ich denke, man holt mit nicht zu hipper Software viele ab, die sich vor einem, übertrieben gesagt "Smartphone auf Rädern" fürchten.

Wir haben einen Citigo e und ich muss sagen, rein von der Nutzung her ist das für viele, die nur ein Auto brauchen, eigentlich die bessere Wahl als viel zuviel Schnickschnack. Der kann zwar nix, aber um von A nach B zu kommen, reicht er vollkommen aus. Gibt's halt nicht mehr.

Und die Handyapp ist und bleibt ein Krampf.

Geht so. Im Vergleich zu Tesla ist sie ein Krampf, und für Techologie-Fans ist das auch zu wenig, für den 08/15-Nutzer ist aber alles drin. Und die Historie betrachtet, hat sich sehr viel verbessert. Ich hab jetzt 6 Jahre Erfahrung mit der App und zu Beginn war es richtig grausig, inkl. regelmäßiger Ausfälle und falscher Meldungen. Es hat sich seitdem schon einiges etan, aber es ist auch noch genug Luft nach oben.

Besonders negativ ist btw. bei den ganzen ID-Modellen, dass die Software NICHT abwärtskompatibel ist. Die Kunden der ersten Stunde (also alle, die ein 1st Edition außen dran pappen haben) werden so NIEMALS ein Softwareupdate auf den neuen Softwarestack bekommen.

Da muss ich dir voll zustimmen, das ist ein Punkt bei unserem Enyaq, der mich auch nervt. Das Thema Updates und Backports hätte sich der VW-Konzern definitiv von Tesla abschauen können.

30k für einen "Polo", wenn man für 5k mehr bereits Autos wie ein Model Y bekommen und damit einfach mal zwei oder drei Fahrzeugklassen überspringen, dafür aber ein etabliertes und ausgereiftes Fahrzeug bekommen kann, ist schon eine Ansage

Ein Model Y kostet aber auch 40k.

Wie gesagt, ich mag die Tesla-Software, ich bin auch gerne Tesla gefahren, aber ich kann auch verstehen, dass nicht jeder mit einem Model Y klar kommt. Ein ID.wasauchimmer ist dann doch näher an dem dran, was der typische Deutsche als Auto kennt.

Dazu kommt, das gerade Tesla auch nicht mehr allzuviel entwickelt. Die Facelifts für Model 3 und Y waren mehr zur Optimierung der Produktion als echte Updates, und es sieht aktuell nicht danach aus, als hätte Tesla neue Pfeile im Köcher. Deren echte Entwicklung ist 2022 stehen geblieben. An der Stelle hat der VW-Konzern seine Modelle seitdem deutlich stärker aufgewertet.

Und das ist zu 100% die Schuld der Chefetage und all jener, die lieber die bereits altersschwache Cash-Cow auf Krampf zu melken versucht haben.

Jein. Da kann ich nur zum Teil zustimmen. Natürlich ist es am Ende die Chefetage, aber die Chefetage hatte zwischenzeitlich durchaus BEV im Visier. Leider wurde das insgesamt nicht durchgehend ernst genug genommen und durch zu viele Wechsel auf der Ebene auch zuviele Strategie-Wechsel forciert.

Dann parallel leider der Schlingerkurs der Politik mit vielzuvielen Abbiegungen in die Verbrenner-Vergangenheit und die Springer-Propaganda, um die Menschen unnötigerweise beim Verbrenner zu halten. Das hat leider zu gut funktioniert, sowohl gegenüber den Unternehmen, die einfach keine Planungssicherheit hatten, als auch gegenüber den Bürgern, die den Rattenfängern zu leicht gefolgt sein.

Wir werden sehen, wie es sich weiterentwickelt. Ich denke nicht, dass VW den Weg von Grundig gehen wird, aber sie müssen schon schauen, wie sie die Produktion neu ausrichten. Das Problem sind IMO nicht die Modelle, die sie anbieten, sondern dass sie unter den aktuellen Bedingungen bei BEV zu wenig Eigenanteil an der gesamten Wertschöpfungskette haben.

Bei den Chinesen bin ich mal gespannt, wie es weitergeht. So langsam kommen sie ja nach Europa, was man lange vorhergesagt hat, aber bisher kaum passiert ist. Aber die Spatzen pfeifen auch schon von den Dächern, dass sich der BEV-Markt in China konsolidiert, und viele Hersteller das nicht überleben werden. Der Schritt nach Europa ist für einige evtl. noch der letzte Strohhalm, aber der wird Hersteller nicht retten, die auf dem Heimatmarkt fallen gelassen werden.