this post was submitted on 06 May 2026
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Macht ja auch keiner, weil Steuerprogression und so.
Ja, das Vermögen von Milliardären stagniert im Moment, mussmanwissen. Wächst seit Jahrzehnten quasi gar nicht. Die 500 Millionen Dividende, die die Quands und Klattens jedes Jahr direkt überwiesen bekommen, existieren einfach nicht 😅.
Ja gut, ich würde mich auch ab einem gewissen Vermögen einfach damit zufrieden geben, Kapitalerträge wie ganz reguläres Einkommen zu versteuern. Und dann das Einkommen faktisch zu kappen mit 95% Einkommensteuer. So wie der alte Kommunist Adenauer das halt gemacht hat. Höchsteinkommen festlegen und 50% Vermögensabgabe, kleinere Vermögensteuer als 15% danach Wirtschaftswunder. Deal?
Macht keine Unternehmung dauerhaft. Auch Quandts BMW hatte in den letzten 30 Jahren einmal ne zweistellige Dividendenausschüttung. Wo kommt der Rest her, ganz konkret?
Brauchst mir keine Behauptungen in den Mund zu legen. Aber auch die meisten Milliardäre machen nicht dauerhaft 15% yoy auf ihr vermögen. Das ist der politischen Linken auch klar, es geht ja um die Enteignung.
Um beim Beispiel Klatten zu bleiben: das sind die Dividendenzahlungen (also, bar aufs Konto) der letzten zehn Jahre:
2026 - 597 Mio.
2025 - 584 Mio.
2024 - 815 Mio.
2023 - 1,15 Milliarden
2022 - 788 Mio.
2021 - 258 Mio.
2020 - 339 Mio.
2019 - 475 Mio.
2018 - 543 Mio.
2017 - 475 Mio.
2016 - 543 Mio.
2015 - 394 Mio.
Sind in Summe fast 7 Milliarden Euro Rendite. Kursgewinne noch nicht einmal berücksichtigt (die es bei BMW in diesem Zeitraum erstaunlicherweise auch fast nicht gab. Aber man hat ja andere Investments, die ggf. Kursgewinne UND Dividende abgeworfen haben). Nur auf ihren Anteil an BMW bezogen ist das ein Vermögenszuwachs von knapp 62%.
Dein komisches "in 10 Jahren verliert man dann rund 80 % seines Vermögens" ist also Humbug. Das dauert viel länger, und dann haben die immer noch unfassbar viel Geld. Gerade, wenn man diesem "Leistung muss sich lohnen" anhängt, sollte man doch eigentlich dafür sein, dass ein Vermögen über etwa eine Generation viel wert verliert. Damit die Kinder auch Leistung zeigen müssen. Was sie aber selbst bei 15% Vermögensteuer (auf solche gigantischen Vermögen, wohlgemerkt) nicht müssten. Weil, ob ich nun 4 Milliarden oder 50 Milliarden erbe...finanzielle Probleme habe ich trotzdem nicht. Aber die 46 Milliarden Euro könnten für die Gesellschaft richtig was bewegen.
Ähm...du hast original geschrieben
Ja doch. Durch Kursgewinne und, s.o., Dividenden. Zeig mir mal einen einzigen Milliardär, der in den letzten Jahren nicht sein Vermögen vermehrt hat (und es nicht gespendet hat).
Und auf meine anderen Punkte gehst du ja gar nicht ein. Ich hänge ja nicht gnadenlos an Vermögensteuern, aber ich hänge daran, die Vermögensungleichheit zu verringern. Die Vermögensteuer ist ja ein sehr einfacher Weg, aber man könnte ja eben über eine Änderung der Einkommensteuer bspw. große Vermögen gezielt langsamer wachsen lassen und dafür kleine Vermögen und Vermögensaufbau begünstigen. Ich habe nun selten die Gelegenheit mit Menschen zu diskutieren, die Vermögensteuern doof finden. Daher versuche ich rauszufinden, wo hier der Kompromiss wäre, um (große) Vermögensungleichheit in den Griff zu bekommen.
Kursgewinne wurden ja genau nicht abgeworfen sondern sind der Marktwert der Aktienbeteiligung. Ja, die kann jetzt für Vsteuer verfrühstückt werden. Wie macht Frau Klatten das? Achja und was fällt an, wenn Frau Klatten Unternehmensanteile veräußert?
"Der Aktienmarkt" macht vor Inflation im Schnitt 9% Rendite langfristig. Im Schnitt und langfristig wird da also niemand 15% Zahlen können ohne Substanzverlust. Das ist nicht so komplex.
Welchen habe ich ignoriert?
Dagegen wehre ich mich auch garnicht kategorisch, nur ist eben ein negativer Zinseszinseffekt (du weisst, das was die Reichen immer Reicher werden lässt) und damit ein sehr scharfes Schwert. Wenns um das Begrenzen von Zuwachs geht wären z.B. Jahre mit Vermögensverlust zu Veschonen ein Mittel, um abrauchenden Unternehmen nicht noch schneller den Sarg zuzunageln.
Im Sinne der Schweiz bei 0-1 % sicherlich zu diskutieren. In Höhe von 12-15% einfach ein harter Reset unseres Wirtschaftssystems, völlig indiskutabel.
Falls du mir nicht glaubst, hier eine historische Simulation (in US Dollar, Kapitalertragsteuer noch nicht berücksichtigt). Da ist kein Vermögenserhalt möglich https://www.portfoliovisualizer.com/monte-carlo-simulation?s=y&sl=70zNY17tyD4A78JrIkFwpP
Ja, das bezweifelt auch niemand. Aber zwischen eine Generation Milliardäre langsam auszuphasen und einer radikalen Enteignung innerhalb von 10 Jahren, ist halt ein meilenweiter Unterschied. Und ich verstehe nicht, warum unser Wirtschaftssystem kaputt sein sollte, wenn es in ca. 30 Jahren dann halt keine Milliardäre mehr gibt?!
Meinen (resp. Adenauers) Weg über die Einkommensbegrenzung. Ich meine, wenn man die Steuertarife von 1949 nach Inflation auf heute umrechnet, dann wäre die Einkommensobergrenze bei ca. 850k. Bei einer durchschnittlichen 9% Rendite hätte man dann ja auch eine Vermögensobergrenze. Die läge dann so bei etwa 10 Mio. Euro. Dagegen sind die Linken ja geradezu großzügig mit 1 Milliarde 😅. Aber das würde halt voraussetzen, dass man Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne der ganz normalen Einkommensteuer unterwirft.
15 % ist kein langsames aus Phasen, das liegt, wie ich dir gezeigt habe, deutlich über den Kapitalmarkt Renditen, die wir kennen. Und da wird auch nichts langsam passieren. Die Leute werden sehr schnell Konsequenzen ziehen. Damit wird es auch nicht keine Milliardäre geben sondern keine Milliardäre in Deutschland, denn die deutschen müssen ja ihr Milliardenunternehmen verkaufen. Dann wohl nicht an andere deutsche.
Weil wir damit den Privatbesitz an Produktionsmitteln für beendet erklären, sobald er eine gewisse Größe hat also genau erfolgreiche Unternehmungen effektiv verbieten bzw. garantieren, dass diese an Ausländer verkauft werden müssen.
hohe Einkommen sind hier nicht das Problem, wenn ich dann glauben würde, dass Milliarden Vermögen ein Problem in sich sind. Wie du selber feststellst, kommt man damit nicht auf eine Milliarde. aber auch hier würde ich wieder eine schwäche im Zins rechnen attestieren, jemand der regelmäßig 800.000 weg gespart, würde natürlich easy weit über 10 Millionen € Vermögen erreichen.
was ein Adenauer in einem kaputtgebombten Land gemacht hat, in dem es kaum Wohlstand gab, lässt sich einfach nicht auf die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt übertragen.
Sind sie ja nicht, denn sie wollen ab 1 Million zulangen.
Auch hier: Es ist nicht das Problem, dass diese Erträge keiner Steuer und aber auf dem wären. Das sind sie. Vielmehr werden auf Körperschaftsebene bereits steuern erhoben, auf Kapitalertragsebene dann nochmals, so dass wir bei einer Erhöhung letzerer schnell jenseits der 50 % landen. Auch nicht so clever. aber auch das sind keine Substanzbesteuerungen und damit ein viel weniger scharfes Schwert.
Erstmal fordert die Linke "nur" 12 %.
Gut, man kann sich hier semantisch über "langsam" streiten. Aber ey, weil wir bei der Klatten waren: nur ihr BMW Vermögen (11 Milliarden) wäre erst nach 35 Jahren unter einer Milliarde wert, bei 12% Besteuerung. Aber die hat ja noch viel mehr als nur den BMW Teil. Die würde, selbst mit den Plänen der Linken, zu Lebzeiten gar nicht mehr erleben, dass sie weniger als eine Milliarde Vermögen hat. Und das auch nur unter der Annahme, dass ihre sonstigen Anlagen genauso schlecht laufen wie BMW mit "nur" 3-6 % Rendite im Jahr. Ist also wunderbar für das Leistungsprinzip: ihre Erben können dann selbst wieder großes Vermögen aufbauen. Nur ein Witz, die würden ja trotzdem hunderte Millionen erben und hätten ausgesorgt.
Finde das jetzt nicht so ad-hoc schnell, wenn man Milliardären sagt: finden wir zu doll, in 40-50 Jahren seid ihr keine Millardäre mehr. Dann habt ihr nur noch 999 Mio. Euro Vermögen, was ja dann nur noch mit 5% Vermögensteuer belegt wäre. Das kann man ja schaffen zu erhalten.
Wat? Warum? Können auch in inländischen Streubesitz gehen. Oder wir erlauben, dass Vermögensteuer auch direkt in Unternehmensanteilen gezahlt werden können. Ich meine, VW gehört auch zu einem großen Teil dem Staat. Die stehen genauso gut oder schlecht da, wie die anderen Autokonzerne.
1950 war Westdeutschland halt die achtgrößte Volkswirtschaft. Witzigerweise wurde ja der Lastenausgleich durchgeführt, um die damalige innerdeutsche Flüchtlingskrise zu bewältigen. Wir hatten ja auch eine Flüchtlingskrise. Und davor eine Finanzkrise. Dann Corony. Dann zwei Energiekrisen und Krieg vor der Haustür. Außerdem ein Haufen kaputter Infrastruktur. Fair enough, das Land ist nicht zerbomt, aber ein neues Wirtschaftswunder würde auch nicht schlecht tun. Und wenn du dir anschaust, wie das Wirtschaftswunder zustande kam: massive Umverteilung, Explosion der Staatsquote. Deswegen reite ich auch auf der Adenauergeschichte so rum. Wir (unsere Wirtschaft) haben ja nichts davon, wenn reiche Menschen Aktien horten und von der Rendite mehr Aktien kaufen. Sondern wir haben was davon, wenn unsere Brücken repariert werden. Wenn die inländischen Bauunternehmen Geld dafür erhalten und ihren Angestellten geben, die davon was kaufen können. Das Geld muss im Kreis laufen, damit wir (unsere Wirtschaft) etwas davon hat.
Ja, aber mit Steuersätzen deutlich unterhalb der Renditeerwartung von Vermögen.
Nein, wir landen nicht jenseits der 50%. Hier sind Modellrechnungen, die die Besteuerung auf Körperschaftsebene berücksichtigen. Davon ab, sind das halt auch die Kosten des Schutzprivilegs von Kapitalgesellschaften. Wenn ich meine Kapitalgesellschaft in Grund und Boden wirtschafte, dann bleibt mein Privatvermögen verschont. Aber bei der Besteuerung soll plötzlich Rücksicht genommen werden, dass die Privatperson und die Kapitalgesellschaft als eine Einheit zu betrachten sei? Ist irgendwie...inkonsistent.